2020 kein Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg

2020 kein Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg

Der Traum vom romantischen Weihnachtsmarktbummel vor der schönen Kulisse des Charlottenburger Schlosses ist für dieses Jahr verloren.

Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg

© www.enrico-verworner.de

Erstmals seit 14 Jahren hat der Veranstalter Tommy Erbe den Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg am Montagabend (02. November 2020) wegen der strengen Corona-Regeln abgesagt – trotz eines Hygienekonzepts. Ursprünglich sollte der Markt vom 23. November bis 26. Dezember stattfinden. Aufgrund der verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind im November kulturelle Veranstaltungen und auch Weihnachtsmärkte nicht erlaubt.

«Liebe Besucherinnen, liebe Besucher, mit sehr großem Bedauern müssen wir Ihnen die traurige Nachricht überbringen, dass der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg 2020 leider nicht stattfinden kann», heißt es auf der Seite des Weihnachtsmarktes mit Verweis auf die Corona-Infektionsschutzverordnung für Berlin.

Außerdem: «Wir standen in den letzten Monaten im regelmäßigen Austausch mit unseren Mietern und Gewerken, um jede Möglichkeit zu prüfen, damit der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg 2020 stattfinden kann. Auch unser umfangreiches Hygienekonzept – welches von den Behörden als sehr gut bewertet wurde – macht es uns leider nicht möglich, den Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg 2020 durchzuführen.»

Großer wirtschaftlicher Schaden

Rund 15 Millionen Euro bringt der Weihnachtsmarkt mit seinen rund 800 000 Besuchern ungefähr an Umsatz. Besonders die 500 Mitarbeiter, Mieter und Gewerke trifft es heftig. „Die hängen jetzt total in den Seilen, weil sie schon übers Jahr nicht viel verdient haben“, bedauert Tommy Erbe. „Wir waren für sie der letzte Rettungsanker.“

Christian Barysch von der „Werkgemeinschaft“, der sechs Kunsthandwerker angehören und Keramik, Glas, Porzellan und Kerzen auf dem Markt verkaufen , sagt gegenüber der Berliner Woche „Wir haben jetzt keinerlei Alternative“. Es sei zu spät, sich woanders zu bewerben. Man hätte ganz fest auf den Charlottenburger Weihnachtsmarkt gehofft.

Nun gingen den Kunsthandwerkern an die 10 000 Euro verloren. Andere Händler sprechen von „Panikmache“ und kritisieren das „unkoordinierte Vorgehen“ der Berliner Verwaltung.

Hindernisse immer überwunden

Auch in den letzten Jahren hatte der Veranstalter Tommy Erbe immer wieder mit größeren Hindernissen zu kämpfen: späte Genehmigungen, Sicherheitsauflagen, Rechtsstreit. Eine sei eine reine Achterbahnfahrt gewesen, sagt Erbe. “Doch trotz der kräftezehrenden gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Land Berlin wegen der Kostenübernahme der Terrorschutzmaßnahmen ist es uns bisher jedes Jahr gelungen, eine Lösung zu finden, um in Berlin einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands zu veranstalten.“

Erbe wolle die Hauptstadt über Weihnachten verlassen, sagt er. „Den Berlinern steht eine traurige Zeit bevor.“
Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg
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Quelle: Berlinonline/hai/dpa/Berliner Woche