Stille Nacht-Kapelle in Oberndorf Holger Uwe Schmitt/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0

200 Jahre Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht

Entstehung von Stille Nacht, heilige Nacht

Der Pfarrer Joseph Mohr hat die 6-strophige Friedensbotschaft im Jahr 1816 in Mariapfarr im Lungau geschrieben. Als 1818 die altersmüde Orgel der St. Nikolai-Kirche im salzburgischen Oberndorf ihren Dienst versagte, bat Mohr den Lehrer Franz Gruber, eine passende Melodie zu schreiben.

Die dabei entstandene schlichte Komposition haben die beiden Männer am 24. Dezember 1818 im Rahmen der Christmette zum ersten Mal in der St. Nikolai-Kirche vorgetragen. Mohr sang die Oberstimme und begleitete mit der Gitarre, und Gruber sang den Bass dazu. Und nicht nur die Oberndorfer Kirchgänger waren sogleich begeistert und ergriffen von Text und Melodie des herzerwärmenden Liedes. Mit seiner zeitlosen Botschaft hat es die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt erobert.

Stille Nacht, heilige Nacht in Berlin

Auch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) liebte das Lied. Unter ihm wurde es als Tiroler Volkslied zu Weihnachten vom Domchor in Berlin gesungen. Als 1854 die Königlich Preußische Hofkapelle den Autor ermitteln wollte und im Salzburger Stift St. Peter anfragte, erfuhr Franz Xaver Gruber von der Anfrage und beschrieb in einer „Authentischen Veranlassung“ die Entstehungsgeschichte. Das ursprüngliche Notenblatt existierte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Entstehungsort

Die St. Nikolai-Kirche in dem kleinen österreichischen Ort Oberndorf steht heute nicht mehr. Sie wurde zur Jahrhundertwende abgerissen. An ihrer Stelle steht seit 1937 die Stille Nacht Gedächtniskapelle. Das bescheidene, bewusst schlicht gehaltene Bauwerk ist zum historischen Anziehungspunkt tausender Menschen aus aller Welt geworden.

Liedtext von Stille Nacht, heilige Nacht

Joseph Mohr hatte sechs Strophen gedichtet. Heute werden nur drei davon gesungen:

Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar. Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh! Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht! Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund, Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt! Jesus! in deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht! Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt! Jesum in Menschengestalt!

Stille Nacht! Heilige Nacht! Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt! Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heilige Nacht! Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt, In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß! Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel "Halleluja!" Tönt es laut bey Ferne und Nah:
"Jesus der Retter ist da!" "Jesus der Retter ist da!"

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(Bilder: www.weihnachteninberlin.de; Screen YouTube; BerlinOnline Stadtportal GmbH & Co. KG)