Orlando - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.

Bild 1
  • © Stephen Cummiskey
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durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden; Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist.

Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine*n der schillerndsten Held*innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt.

Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.
110 Minuten

Künstler/Beteiligte: İlknur Bahadır, Philip Dechamps, Cathlen Gawlich, Carolin Haupt, Jenny König, Alessa Llinares, Isabelle Redfern, Konrad Singer, Katie Mitchell, Lily McLeish, Alex Eales, Sussie Juhlin-Wallen, Grant Gee, Ingi Bekk, Ellie Thompson, Melanie Wilson, Nils Haarmann, Anthony Doran, Nadja Krüger, Sebastian Pircher, Stefan Kessissoglou

Laufzeit: Fr, 15.11.2019 bis Mo, 02.12.2019

Dauer: ca. 110 Minuten

Koproduktion mit dem Odéon – Théâtre de l’Europe, Paris, den Teatros del Canal Madrid, dem Göteborgs Stadsteater/Backa Teater und dem São Luiz Teatro Municipal, Lissabon. In Kooperation mit dem europäischen Theaternetzwerk PROSPERO. Gefördert durch die Freunde der Schaubühne am Lehniner Platz e.V.

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