Spanische Weihnachtslotterie: El Gordo in Deutschland spielen

Spanische Weihnachtslotterie: El Gordo in Deutschland spielen

Es gibt sie noch – Stoffe, aus denen eigentlich nur Märchen sein können. 2017 ist ein Märchen wahr geworden – für die spanische Gemeinde Villalba.

Spanische Weihnachtslotterie

© Pixabay

Am 22. Dezember wurde in der Weihnachtslotterie (Sorteo de Navidad) eine Losnummer gezogen, die viele der knapp 15.000 Bewohner elektrisiert haben dürfte. Auf einen Schlag war Villalba ein Ort mit Millionären. Von 160 Jackpot-Losen waren 130 in der Gemeinde über den Ladentisch gegangen. El Gordo – und dieser Bezeichnung ist die Weihnachtslotterie in Deutschland bekannt – spielt jedes Jahr hunderte Millionen aus. Darunter sind mehrere hundert Jackpots mit je vier Millionen Euro. Dass es so viele Gewinn gibt, liegt am besonderen Spielsystem, welches sich seit Jahren nicht verändert hat.

El Gordo: Tradition sein 1812

Spanien scheint ein Land, das zwischen der Moderne und Traditionen stehengeblieben ist. In vielen Bereichen des Alltags leben moderne Citys wie Barcelona oder Madrid einen Drahtseilakt zwischen ihrer Geschichte und dem Aufbruch in eine neue Zeit. Pünktlich zum 22. Dezember ist das ganze Land elektrisiert.

Die spanische Weihnachtslotterie aka El Gordo ist ein Beispiel dafür, wie wichtig das Nebenher von Moderne und Tradition den Spaniern ist. Die Ziehung der Zahlen durch zwei Kinder ist genauso traditionell wie die Tatsache, dass die Nummern gesungen werden.

Was macht El Gordo besonders? Zum einen ist es die Tatsache, dass die El Gordo Gewinnchancen bei 1 zu 100.000 liegt. Damit ist es wahrscheinlicher, in der Weihnachtslotterie den Jackpot zu treffen als beim EuroJackpot oder dem Lotto 6 aus 49. Hier liegt die Gewinnchance schließlich bei 1 zu mehreren Millionen.

Und noch etwas macht die spanische Weihnachtslotterie so außergewöhnlich: Es gibt nicht einen Lottomillionär. Nach der Ziehung gibt es hunderte Haushalte, in denen Sektkorken knallen. Hintergrund: Zwar gibt es nur 100.000 Losnummern. Allerdings werden mehrere Dutzend Serien gedruckt. Und die Jackpot-Nummer jeder Serie gewinnt El Gordo (den Dicken) mit 4 Millionen Euro.

Die Preise der spanischen Weihnachtslotterie – traumhafte Gewinne

El Gordo steht zwar nur für den Hauptgewinn der Weihnachtslotterie, ist in den letzten Jahren europaweit aber zum Synonym für den Traum vom großen Gewinn geworden. Mit welchen Beträgen dürfen Lottofans rechnen?

Gewinne der El Gordo Lose im Überblick:
  • El Gordo – 4 Millionen Euro
  • Segundo – 1,25 Millionen Euro
  • Tercero – 500.000 Euro
  • Cuartos – 200.000 Euro
  • Quintos – 60.000 Euro
Darüber hinaus gibt es noch die Pedreas – „kleine“ Preise 1.000 Euro sowie das Ausspielen der Aproximación. Wer wissen will, wie die Preisstruktur und El Gordo Gewinnklassen genau aufgebaut sind, kann sich auf dieser Homepage weiter informieren.

Gerade die kleinen Gewinnchancen blenden viele Spieler aus. Dabei sind es genau jene Gewinne, welche den Gesamtjackpot aufblähen. Bei knapp 1.800 Pedreas – mit der Zahl an Serien multipliziert - werden daraus immerhin knapp 300 Millionen Euro.

Spanische Weihnachtslotterie spielen: Was kosten El Gordo Lose?

In Spanien bilden sich zeitweise lange Schlangen an den Verkaufsstellen der Lose. Jeder Spanier will das Los kaufen, welches am Ende den Dicken gewinnt. Allerdings ist die Teilnahme nicht ganz billig. Einzellose kosten 200 Euro.

Dass fast ganz Spanien spielen kann, hat mit der besonderen Art und Weise zu tun, wie die Lose unters Volk gebracht werden. Jedes Einzellos ist ein DIN-A4 Bogen, der sich in zehn kleinere Einheiten aufteilen lässt.

Diese sogenannte Zehntellos (Decimo) bringen zwar nur ein Zehntel des Lottogewinns, kosten aber auch nur 20 Euro. Auf diese Weise entstehen in Spanien Tippgemeinschaften bzw. es kaufen Vereine Einzellose, welche dann mit einem kleinen Preisaufschlag (für die Vereinskasse) an Mitglieder verkauft werden.

Übrigens: Wie viel Aufmerksamkeit die Weihnachtslotterie erfährt, lässt sich am Medienecho regionaler und überregionaler Zeitungen – wie der Prensa Iberica erahnen. Schon Monate vor der Ziehung am 22. Dezember füllt sich der Newsticker. Ein Grund sind die immer wieder spektakulären Gewinne in der Weihnachtslotterie, welche selbst in Deutschland ein breites Medienecho – etwa bei der Ziehung 2017 – auslösen.

Die Lotterie in Deutschland spielen

Die Teilnahme an der spanischen Weihnachtslotterie war in der Vergangenheit schwierig. Lose wurden nur über die Ausgabestellen der Lotteriegesellschaft Loterías y Apuestas del Estado verkauft. Sprich: Wer El Gordo spielen wollte, musst als Deutsche nach Spanien reisen. Oder die Lose einfach aus den Ferien – etwa auf Mallorca – mitbringen.

Inzwischen hat sich die Situation deutlich entspannt. Mit der Verbreitung des Internets ist der Onlinekauf von Losen möglich geworden. Allerdings gibt es hier einige Punkte, die jeder Lottospieler wissen muss.

Den Markt teilen sich Lottovermittler (kaufen Lose im Auftrag der Spieler) und Veranstalter von Zweitlotterien. Letztere agieren nach dem Buchmachersystem. Hier wird kein reales Los der spanischen Weihnachtslotterie erworben. Viel eher ist das Ganze als Wette auf den Ausgang der Lotterie zu verstehen.

Abgesichert werden Gewinne in diesem System durch Versicherungen. Die Teilnahme an einem der beiden Systeme ist übrigens relevant für die Frage, ob Steuern anfallen. Hintergrund: In Spanien wird der Lottogewinn seit 2013 besteuert – pauschal mit 20 Prozent. Bei den Zweitlotterien (deren Veranstalter oft von Malta oder Gibraltar aus operieren) entfällt diese Steuerpflicht.

Tipp: Hat es Weihnachten nicht geklappt, bietet sich eine zweite Chance – die spanische Sommerlotterie.
Wer El Gordo spielen, hat bis zur Ziehung am 22. Dezember noch Zeit, sollte sich den Termin im Weihnachtsplaner aber schon einmal dick und fett rot anstreichen.
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