Erkner

Erkner

Dämeritzsee bei Erkner

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Erkner ist ein recht junger Ort; 1579 wird erstmals ein Fischerhaus am Flakensee erwähnt.
Bis nach 1700 standen »auf dem Erckner« nur sieben Häuser, immerhin gab es 1712 eine Post – eine Pferdestation auf dem Weg von Berlin nach Frankfurt.


Die 1842 eingeweihte Eisenbahn machte zwar das Pferdewechseln überflüssig, war aber zugleich die Voraussetzung für den Aufschwung des Ortes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. So wurde 1860 von Julius Rütgers ein Teerwerk gegründet, in dem erstmals in Kontinentaleuropa die industrielle Destillation von Steinkohlenteer erfolgte und das bis in die Nachwendezeit östlich des Bahnhofes in Betrieb war. Leo Hendrik Baekeland gründete hier mit den Rütgers-Werken 1910 die erste Kunststoff-Fabrik der Welt, die Bakelite GmbH. Der VEB Plasta stellte hier nach dem Krieg unter anderem den Grundstoff für die Trabant-Autokarosserien her, heute produziert noch die finnische Dynea in der Berliner Straße.

Erkner wurde 1944 weitgehend durch einen Bombenangriff zerstört. Erhalten blieben unter anderem die neugotische Genezareth-Kirche von 1897 und ein Maulbeerbaum gegenüber dem Rathaus. Eine ganze Plantage dieser Bäume ließ Friedrich II. hier im 18. Jahrhundert für die Seidenraupen anlegen.

Die Vorortbahn von Berlin brachte Erholungssuchende ab 1882 in das reizvoll gelegene Erkner zwischen Flaken- und Dämeritzsee – eine Umgebung, die die rund 12 000 Einwohner auch heute noch schätzen. Zu den frühen Zuzüglern gehörte der Flügel- und Klavierbauer Carl Bechstein. Die von ihm gegründete Firma befindet sich heute am Berliner Moritzplatz. Das jetzige Rathaus von Erkner war die Sommervilla Bechsteins, sein Park liegt hinter dem Haus.

Weitere Touren ins Grüne

Diese Informationen entstammen dem Reiseführer Touren ins Grüne von Jodock, erschienen im Berliner Jaron Verlag.