Museumsinsel

Museumsinsel

Die mitten auf der Spree liegende Museumsinsel ist eine beeindruckende Schatzkammer sowohl von innen als auch von außen. Sie zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bodemuseum

© Staatliche Museen zu Berlin/Atelier Tesar

Die fünf Museumsbauten sind das Ergebnis der Arbeit großer Architekten wie Karl Friedrich Schinkel, Friedrich August Stüler, Ernst Eberhard von Ihne oder Alfred Messel, entstanden zwischen 1830 und 1930 und somit Zeugen des vergangenen Preußentums. Sie beherbergen Sammlungen, die die Entwicklung der Menschheit von der Frühgeschichte bis ins 19. Jahrhundert veranschaulichen. 1999 wurde das Museumsensemble in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Es zählt rund drei Millionen Besucher im Jahr.

Einrichtungen der Museumsinsel

Altes Museum

Begonnen hat alles mit dem Alten Museum, das König Friedrich Wilhelm III. 1825 bis 1830 von Friedrich Schinkel im Stile einer griechischen Akropolis bauen ließ. Alle, nicht nur die Adligen, Reichen und Mächtigen, sollten Zugang zur fürstlichen Sammlung aus Münzen, allen Arten von Instrumenten, Vasen, Gemälden, Porzellan, Fundstücken und allerlei Raritäten haben und damit zu Bildung und Erziehung des Volkes beitragen.

Highlights: Das Alte Museum beherbergt die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Porträtbüsten von Cäsar und Kleopatra, die sogenannte „Berliner Göttin“ und die Tontafel von Capua mit dem zweitlängsten etruskischen Text zählen zu den Highlights der Sammlung.

Neues Museum

Das Neue Museum, das ab 1843 nach Plänen des Architekten Friedrich August Stüler erbaut wurde, kam als Erweiterungsbau hinzu. Dort sollten die Sammlungen untergebracht werden, die im Alten Museum keinen Platz mehr fanden.

Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde zwischen 1999 und 2009 von David Chipperfield für 295 Millionen Euro wieder aufgebaut. Allein das Atrium und das wunderschöne Design des Treppenaufgangs sind eine Augenweide.

Das Neue Museum beherbergt heute das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie ausgewählte Objekte der Antikensammlung.

Highlights: Eines der spektakulärsten Kunstwerke der Museumsinsel wird hier präsentiert - die weltberühmte Büste der Nofretete. Sie ist als einziges Objekt im Nordkuppelsaal in einer vier Meter hohen Vitrine ausgestellt, wo sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Auch der 74 Zentimeter hohe, berühmte Goldhut aus der Bronzezeit hat inmitten des runden Sternesaals eine besonders geheimnisvolle Ausstrahlung. Weitere Highlights des Ägyptischen Museums sind der berühmte Berliner Grüne Kopf aus der Spätzeit und ein 700.000 Jahre alter Faustkeil aus der Altsteinzeit - das älteste Exponat des Museums.

Alte Nationalgalerie

Mit der Bedingung, eine Nationalgalerie zu gründen, überließ der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wagener dem preußischen Staat 1861 seine Sammlung von über 260 Werken zeitgenössischer und internationaler Malerei. 1876 wurde die Alte Nationalgalerie eröffnet, aber im Laufe seiner Geschichte vielfach verändert. Sie war 2001 das erste Gebäude der Museumsinsel, das nach der Beseitigung von Kriegsschäden und einer grundlegenden Restaurierung wiedereröffnet werden konnte. Das Gebäude gilt als ein Höhepunkt im Schaffen von Friedrich August Stüler.

Die Sammlung aus Meisterwerken der Romantik, des Realismus und des Impressionismus in der Alten Nationalgalerie zählt heute etwa 2.000 Gemälde und ebenso viele Skulpturen.

Highlights: Zu den Ausstellungshöhepunkten zählen neben der bedeutenden Gemäldesammlung von Caspar David Friedrich mit Der Mönch am Meer, Eisenwalzwerk von Adolph Menzel, In the Conservatory von Edouard Manet, Selbstbildnis von Sabine Lepsius, Tilla Durieux als Circe von Franz von Stuck, ebenso wie Der Denker von Auguste Rodin, die Prinzessinnengruppe von Schadow und Stehender junger Mann von Adolf von Hildebrand.

Bode-Museum

An der Spitze der Spree-Insel entstand auf Wunsch von Kaiser Wilhelm II. zwischen 1898 und 1904 das Kaiser-Friedrich- (später Bode-) Museum, erbaut von Ernst von Ihne im Neobarock-Stil. 1904 wurde das Haus eröffnet.

Es beherbergt heute die Skulpturensammlung mit Werken bis um das Jahr 1800 und das Museum für Byzantinische Kunst sowie das Münzkabinett. Zur Sammlung gehörte auch die 100 Kilogramm schwere Goldmünze Big Maple Leaf, die 2017 gestohlen und vermutlich eingeschmolzen wurde.

Highlights: Besucher dürfen sich auf berühmte Werke wie die Mosaikikone mit Christus dem Erbarmer aus Konstantinopel (12. Jh.), dem Relief mit Befreiung einer belagerten Stadt ( 5. Jh.), dem Fragment eines Reliefs mit spielenden Kindern, Konstantinopel (5. Jh.), Pietro Bernini: Satyr mit Panther, Rom, um 1615, Antonio Canova: Tänzerin, Rom, 1809/12 und viele andere, freuen.

Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum wurde als letztes der fünf Museumsbauten auf der Museumsinsel errichtet. Der Entwurf dazu stammte von Alfred Messel und nach dessen Tod baute Ludwig Hoffmann das als Dreiflügelanlage konzipierte Museum zwischen 1910 und 1930 weiter.

Highlights: In diesem Haus sind heute die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für islamische Kunst untergebracht. Zu den weltberühmten Highlights zählen der imposante Pergamonaltar und andere Rekonstruierungen von archäologischen Bauensembles wie das Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon, das Markttor von Milet und die Mschatta-Fassade.

Deutschlands meistbesuchtes Kunstmuseum wird zurzeit im Rahmen des Masterplans bis zum Jahr 2025 grundlegend saniert und nach Plänen des verstorbenen Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers um einen vierten Flügel zum Spreearm hin erweitert, was einen einzigartigen Rundgang durch das gesamte Haus möglich machen wird. Während der aktuellen Bauarbeiten sind Teile des Museums weiterhin für Besucher zugänglich.

James Simon Galerie

Im Juli 2019 eröffnete ein sechstes Haus auf der Museumsinsel - die James Simon Galerie. Der von Stararchitekt David Chipperfield entworfene klassizistische Bau dient als neues Eingangsgebäude für die fünf Museen und soll diese künftig über eine unterirdische Promenade verbinden.

Die imposante Freitreppe der James-Simon-Galerie hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Gebäude finden die Besucher die Garderobe, ein Museumscafé und den Museumsshop.

Museumsinsel

Adresse
Bodestraße 1-3
10178 Berlin

Nahverkehr

Bus